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10 Tipps: Mietvertrag prüfen, so gehts! 

Die Wohnungssuche ist mit dem Finden einer Wohnung zwar abgeschlossen. Aber auch der nächste Schritt, der Mietvertrag, benötigt einiges an Aufmerksamkeit, besonders bei Wohngemeinschaften, wo mehrere Personen zusammenziehen. Ein Mietvertrag legt sowohl die Rechte als auch die Pflichten beider Parteien fest. Fertiggestellt wird er durch den Vermieter. Bevor Sie unterschreiben, sollten Sie sich die Zeilen gut durchlesen und einiges überprüfen. Eine Widerrufsmöglichkeit gibt es bei Wohnungen nämlich nicht. Wenn Ihnen erst später unschöne Klauseln oder ähnliches auffallen, sind sie zu einer 3-monatigen Kündigungsfrist verpflichtet. Aber keine Sorge- im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie achten sollten, damit die Freude über den Fund der Traumwohnung nicht durch Fallen des Mietvertrages ruiniert wird.
 

Mietvertrag prüfen mit 10 einfachen Schritten

 
Im folgenden zeigen wir euch 10 Schritte, die ihr beachten solltet, wenn ihr einen Mietvertrag prüfen müsst. Grundsätzlich gilt auch: wenn ihr etwas nicht versteht, fragt euren Vermieter. Ein Vertrag ist schließlich dazu da, damit beide Parteien zusammenfinden und nicht, um jemanden über den Tisch zu ziehen. Dies gilt besonders für Formulierungen und den Sprachstiel. Wer so schreibt, das es keiner versteht, wirkt nicht besonders vertrauensvoll. Falls ihr einmal gar nicht mehr weiterkommt könnt ihr euch natürlich auch Hilfe besorgen. Wir empfehlen hier den Mieterbund der jeweiligen statt, bei dem ihr auch persönlich zum Mietvertrag prüfen vorbeikommen könnt. Oder digital die Mieterengel. Hier könnt ihr alle eure Unterlagen online von Fachanwälten prüfen lassen. Doch bevor es dazu kommt, solltet ihr erstmal die folgenden Punkte beachten. Meist kommt man damit schon zum gewünschten Ergebnis.
 
1. Wie hoch ist die Kaution?
 
Eine Kaution darf drei monatliche Netto-Kaltmieten betragen. Das Gesetz erlaubt Ihnen zudem die Abzahlung der Kaution in drei gleichen Teilen. Sobald das Mietverhältnis beginnt, sollten Sie die erste Zahlung einreichen, die fehlenden Teilzahlungen gelangen in der Regel zusätzlich zur monatlichen Miete in die Hände des Vermieters. Ihre Kaution ist zudem mit dem aktuellen Spareckzins zu verzinsen. Weil viele Menschen nichts von einer solchen Verzinsung wissen, wird sie oft fallen gelassen. Sprechen Sie Ihren Vermieter deswegen gleich darauf an.
 
2. Stimmt die eingetragene Fläche der Wohnung?
 
Es erscheint vielleicht lästig, die gesamte Fläche der Wohnung auszumessen, ehe Sie Ihre Unterschrift unter den Vertrag setzen. Entdecken Sie jedoch Unregelmäßigkeiten, das heißt, ist die Wohnung mehr als 10 Prozent kleiner als angegeben, dürfen Sie auf Ihr Recht der Anpassung des Mietzinses pochen. Zur Not können Sie einen Profi hinzuziehen, der Sie bei der Ausmessung der Räume unterstützt.
 
3. Ist alles wie beschrieben?
 
Überprüfen Sie nicht nur die Flächen der Wohnung. Auch alle anderen angegebenen Zusätze sollten zum einen vorhanden und zum anderen im guten Zustand sein. Steht im Vertrag eine Einbauküche oder ein Dachbodenabteil, dann stellen Sie sicher, dass diese existieren und nicht kaputt sind. Für schon vorhandene Schäden könnten Sie ansonsten zu einem späteren Zeitpunkt zur Kasse gebeten werden. Fallen Ihnen Mängel auf, dann sprechen Sie mit dem Vermieter. Sicherheitshalber können Sie zudem weiteres Beweismaterial einbinden- zum Beispiel durch Zeugen, Videos oder Fotos.
 
4. Sind alle Personen im Mietvertrag eingetragen?
 
Sämtliche Personen, die in der Wohnung leben, sollten auch im Mietvertrag auftauchen. Überprüfen Sie das. Wenn ein Familienmitglied fehlt, kann der Vermieter schlimmstenfalls eine Abmahnung einleiten oder gar eine Kündigung. Immerhin ist es nicht erlaubt, Menschen einziehen zu lassen, ohne dass diese im Mietvertrag eingetragen sind. Ausschließlich Personen, die Ihre Unterschrift unter den Vertrag gesetzt haben, genießen die vollen Rechte und Pflichten als Mieter. Kinder sind hier natürlich ausgenommen, weil diese keine Vertragspartner sind. Erwähnt werden sollten sie trotzdem. Allerdings ist es in der Regel völlig ausreichend, die Anzahl der Kinder einzutragen. Benötigt wird diese Angabe durch den Vermieter für die Nebenkostenabrechnung.
 
5. Ist die Miethöhe angemessen?
 
Schauen Sie sich die übliche Miethöhe anderer Wohnungen in der Umgebung an. Dabei behilflich sind zum Beispiel Internetportale. So finden Sie heraus, ob die verlangte Miete im Rahmen ist, oder sich vielleicht sogar deutlich darüber befindet. Allerdings müssen Sie beachten, dass bei einer Neuvermietung die Miete manchmal auch über der durchschnittlichen Miethöhe liegt. Gerade bei Gemeinden, die nicht durch die Mietbremse geregelt sind, kann der Preis hier stark ansteigen. Ist hingegen eine Mietpreisbremse vorhanden, kommen bis zu 10 Prozent höhere Mieten dazu.
 
6. Ist der Zeitmietvertrag gültig?
 
Bei einem Zeitmietvertrag muss der Grund für die Befristung angegeben werden. Ansonsten ist diese nicht rechtens und kann angefochten werden. Wenn Ihr Vermieter die Wohnung zu einem späteren Zeitpunkt als Eigenbedarf in Anspruch nehmen möchte, muss er dies auch im Mietvertrag festhalten.
 
Ein Zeitmietvertrag wirkt sich insgesamt meistens eher zum Nachteil des Mieters aus. Immerhin kann er nicht unbefristet in der Wohnung bleiben, sondern muss in planbarer Zukunft ausziehen. Außerdem kann er selbst zu einem früheren Zeitpunkt keine wirksame Kündigung der Bleibe einreichen. Wenn Sie feststellen, dass in dem Mietvertrag kein Grund für die Befristung vorliegt, kann das aber unter Umständen Ihr Glücksfall sein. In einem solchen Fall wird der Zeitmietvertrag nämlich einfach zu einem unbefristeten Mietvertrag. Sie müssen also nicht frühzeitig ausziehen und sind auch freier bei eigenen Kündigungsbestrebungen. Achten Sie deswegen unbedingt auf die Angabe eines Befristungsgrundes im Mietvertrag.
 
7. Ist eine Staffelmiete oder Indexmiete vorgesehen?
 
Bei einer Staffelmiete erhöht sich die Miete regelmäßig in vereinbarten Stufen. Die Indexmiete zeichnet sich durch einen Anstieg der Miete aus, der sich an der Erhöhung der Lebenserhaltungskosten orientiert. Eine Staffel- oder Indexmiete kann sowohl Vorteile als auch Nachteile für den Mieter haben. Wenn sich das Mietenniveau stärker erhöht, als es in der Staffelmiete vorgesehen ist, kann der Vermieter die Miete außerhalb der festgelegten Staffeln nicht vergrößern. Dementsprechend wohnen Sie vergleichsweise günstiger. Außerdem dürfen sich in einem solchen Fall auch Modernisierungsmaßnahmen nicht auf den Preis der Miete auswirken. Allerdings ist der Effekt ebenfalls in der anderen Richtung möglich. So kann es passieren, dass Sie am Ende höhere Mietausgaben haben, als es für die durchschnittliche örtliche Vergleichsmiete üblich ist.
 
8. Gibt es eine Kündigungsausschlussklausel?
 
Schauen Sie nach, ob in dem Vertrag eine Kündigungsausschlussklausel vorkommt. Diese verpflichtet sowohl Mieter als auch Vermieter dazu, für einen bestimmten Zeitraum von maximal vier Jahren, keine Kündigung einzureichen. Eine solche Klausel scheint auf den ersten Blick sehr fair zu sein. Allerdings dürfen Vermieter ohnehin nur bei triftigen Gründen, die als gesetzliche Kündigungsgründe festgelegt sind, die Wohnung kündigen. Dementsprechend bindet eine Kündigungsausschlussklausel vor allem den Mieter an den Vertrag und die Wohnung. Ohne eine solche Klausel kann er problemlos mit einer 3-monatigen Frist kündigen.
 
9. Sind eine Kleinreparaturklausel und Schönheitsklausel vorhanden?
 
Kleinreparatur- und Schönheitsklauseln können lästig sein, denn sie belasten den Mieter mit weiteren Verpflichtungen. Allerdings sind nicht alle von ihnen wirksam. Deswegen lohnt es sich, zunächst die Bedingungen der Klauseln zu überprüfen. Eine Schönheitsklausel ist nur dann gültig, wenn der Mieter die Wohnung frisch renoviert oder in einem ähnlichen, annähernden Zustand erhalten hat. Außerdem müssen ihm flexible Renovierungsfristen und keine Unmengen an Pflichten zugesprochen werden.
 
Eine Kleinreparaturklausel erhält ihre Gültigkeit unter anderem durch eine eindeutige Beschränkung der Kosten anfallender Reparaturen. Darüber hinaus ist es notwendig, dass sich die Kostenübernahme im Rahmen der Kleinreparaturklausel auf Gegenstände reduziert, die eine häufige Verwendung durch den Mieter aufweisen.
 
10. Wie sieht es mit der Untervermietung aus?
 
Untervermietung ist nicht gleich Untervermietung. Wenn Sie zum Beispiel Verwandte bei sich aufnehmen, müssen Sie Ihrem Vermieter Bescheid geben, weil er diese Information zur Berechnung der verbrauchsabhängigen Betriebskosten hat. Verbieten kann er Ihnen eine solche “Untervermietung” aber nicht. Anders sieht es bei Nicht-Angehörigen aus. Hier liegt eine klassische Untervermietung vor, die eine Erlaubnis durch den Vermieter benötigt. Achten Sie darauf, dass diese schriftlich erfolgt und es nicht bei einer mündlichen Zusage bleibt. Weitere Informationen zu dem Thema findet ihr in dem Artikel Mietrecht für Studenten in dem wir einen Profi vom Berliner Mieterverein interviewt haben.
 
Unser Fazit:
 
Mietverträge sind kein Hexenwerk. Natürlich gibt es hier und da ein paar Fettnäpfen, aber man muss kein Anwalt sein, um hier durchzusteigen. Wer unsere Punkte berücksichtigt und einzeln durchgeht, fährt meist schon sehr gut. Mietverträge sind meist auch Standart. Viele sind gleich. Wenn hier ein Vermieter abweicht, kann man schon mal zweifeln. Solltet ihr bei Mietverträgen Schwierigkeiten haben, zögert nicht einen Juristen hinzuzuziehen. Meist ist dieser gar nicht so teuer wie man denkt und wenn man danach dann ein besseres Gefühlt hat, solltet es einem diese Investiven Wert sein. Schließlich zeiht man nicht jeden Tag in eine neue Wohnung.
 

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