WG-Ratgeber und Magazin

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Checkliste Mietvertrag für Wohngemeinschaft

Die Wohnung ist gefunden, die Mitbewohner scheinen zu passen – es sieht nach der idealen Wohngemeinschaft aus – dann kommt als nächstes die heikle Frage nach dem Mietvertrag. Es sollte klar sein, dass von einem mündlich geschlossenen Mietvertrag abzuraten ist, denn auch wenn alles “total prima” zu sein scheint, ist ein Mietvertrag unerlässlich, um seine Rechte als Mieter im Zweifel auch durchsetzen zu können.

 

Da es allerdings im Mietrecht die Mietform Wohngemeinschaft nicht gibt, sind einige Varianten des Mietvertrags für Wohngemeinschaften möglich.

 

Variante 1: Alle WG-Mitbewohner sind Hauptmieter

 

  • Alle WG-Mitbewohner stehen als Hauptmieter im Mietvertrag und haben damit gegenüber dem Vermieter die gleichen Rechte und Pflichten.
  • Da alle WG-Mitbewohner im Mietvertrag stehen, kann der Mietvertrag auch nur gemeinsam gekündigt werden. Dies sollte man beachten, da unter Umständen ein Auszug nur eines Mitbewohners kompliziert werden könnte.
  • Der Vermieter kann Mietrückstände von einem oder allen Hauptmietern einfordern, d.h. eventuell kommen finanzielle Forderungen auf den einzelnen Mitbewohner zu, die vorher nicht geplant waren.

 

Variante 2: Ein WG-Mitbewohner ist Hauptmieter, alle anderen Mitbewohner sind Untermieter

 

  • der Vermieter muß explizit ein Vertrag für Haupt- und Untermieter zulassen, aber nicht alle Vermieter wollen dies.
  • der Hauptmieter ist gegenüber dem Vermieter verantwortlich, das gilt natürlich vor allem für die Zahlung der Miete.
  • Zwischen Hauptmieter und Untermieter einer Wohngemeinschaft sollte vertraglich geregelt werden, wie hoch die monatlichen Zahlungen für Miete und Nebenkosten ausfallen.
  • der Hauptmieter hat das Recht, die Wohngemeinschaft aufzulösen und die Wohnung zu kündigen, sowie einzelnen Untermietern der Wohngemeinschaft zu kündigen und kann dann auch alleinverantwortlich neue Mitglieder in die Wohngemeinschaft aufnehmen.

 

Variante 3: Ein Mietvertrag für jeden Mitbewohner einer Wohngemeinschaft

 

  • der Vermieter schließt direkt mit jedem einzelnen Mitbewohner einen Mietvertrag ab.
  • jeder Mitbewohner der Wohngemeinschaft ist direkt dem Vermieter gegenüber verantwortlich, was vor allem die Zahlung der Miete betrifft.
  • Die Kündigung eines einzelnen Mitbewohners hat in der Regel wenig Einfluss auf die gesamte WG. Allerdings kann der Vermieter selber bestimmen, wer neu in die Wohngemeinschaft aufgenommen wird.
  • Diese Mietvertragsvariante ist vor allem geeignet für Zweck-WGs.

 

Es empfiehlt sich, dass mindestens ein Mitbewohner einer Wohngemeinschaft Mitglied im Deutschen Mieterbund wird, um ggf. Vertragsthemen in einer Beratungssprechstunde für Mieter besprechen zu können. Der Abschluss eines Mietvertrages kann für die Mitbewohner einer Wohngemeinschaft weitreichende Konsequenzen haben, da beispielsweise im Falle des Auszugs einiger WG-Mitbewohner die Kosten für die Miete auf die zurückbleibenden Mitbewohner umgelegt werden könnte und damit ein möglicherweise nicht einkalkuliertes finanzielles Risiko entstehen kann.

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