WG-Ratgeber und Magazin

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Das Problem mit dem WG Dauergast

Viele WG-Bewohner kennen das Problem: den WG Dauergast. Er stinkt, er hat keine Tischmanieren, rülpst gerne lang und ausgiebig beim Frühstück oder Abendessen und guckt am liebsten Splatterfilme – du liebst Programmkino. Er pinkelt im Stehen, gerne auch gegen die Fliesen – du hast lieber ein sauberes Klo. Das Schlimmste ist aber: Deinen Lieblingsjoghurt hat er sich auch schon reingezogen. Kurzum – du kannst den Kerl nicht leiden. Aber, es gibt ein Problem: Er wohnt bei dir. Das heißt, nicht direkt. Er ist der Freund deiner Wohngemeinschaftsmitbewohnerin in eurer Vierer-WG und wird zum nervigen WG Dauergast. In der Küche besetzt er immer den letzten freien Platz und er duscht gerne lange und ausgiebig. Und sein Beitrag zur Gemeinschaftskasse lässt sich nur so beschreiben: Niente, nada, null, nothing. Du kannst es dir auch nicht erklären aber deine Zimmernachbarin steht total auf den Kerl, was sie vor allem nachts lautstark zum Ausdruck bringt. Es, nein, er nervt kollossal. Du willst dir Verbündete suchen aber der andere Mitbewohner hat eine höhere Toleranzschwelle. Er ist auch seltener zuhause und hat nichts gegen Splatterfilme. Und deine zarten Versuche, ihn auf deine Seite zu ziehen, um den Dauergast loszuwerden, fruchten daher nichts. Auch will er keinen großen Ärger in eurer Vierer-WG, die nun zur Fünfer-WG geworden ist.

Wie gehe ich mit dem WG Dauergast um?

Du wirst langsam verzweifelt, denn du hast lange gesucht, um eine WG zu finden mit Leuten, die dir gefallen und angenehm im Umgang sind. Auch das große Zimmer in dem renovierten Altbau entspricht deinen Vorstellungen. Und nun wirst Du in deiner Lebensqualität eingeschränkt. Dass das Recht auf Deiner Seite ist, das hast du schon längst ergoogelt. Es gibt Grenzen: Dauergast in einer Mietwohnung geht nicht, wenn gewisse Zeiträume überschritten werden. Es gibt wohl Gerichtsurteile, die hier die Grenze bei drei Monaten ziehen. Auch ist der Vermieter zu informieren, wenn der Dauergast noch länger bleibt. Mehr Freiheiten haben zudem Verwandte der Mitbewohnerin. Und es gibt die Pflicht, den Vermieter zu informieren. Zudem müsste man sich über die Verbräuche Gedanken machen. Fünf Bewohner nutzen mehr Wasser als vier. “Wir duschen immer gemeinsam” – das zählt als Argument nicht. Schließlich wird auch nicht immer gleichzeitig die Klospülung für zwei genutzt… Wie auch immer: Den Rechsweg zu beschreiten erscheint dennoch ungünstig in einer WG, in welcher man sich tägich in die Augen schauen muss, in der Lebensfreude im Vordergrund stehen sollte und nicht juristische Auseinandersetzungen. Hier gilt es anders vorzugehen. Aber Vorsicht: Intrigen und Verleumdungen gegen den muffenden WG Dauergast belasten am Ende das eigene Gewissen und sind kontraproduktiv – denn die Wahrheit kommt doch ans Licht.

Wie Löse ich das Problem?

So sollte man doch am besten das Gespräch suchen und nicht still vor sich hinleiden, in der Hoffnung, dass die Zimmernachbarin ihrer Beziehung und damit dem Dauergast endlich irgendwann den Laufpass gibt. Versuchen sie Vereinbarungen zu treffen, bringen sie die erhöhten Verbrauchskosten ins Spiel, nehmen sie zur Not die nächtlichen Kopulationsgeräusche auf, um ihrer Zimmergenossin anderntags einen Eindruck ihrer nächtlichen Aktivitäten zu verschaffen. Humor ist bei der ganzen Angelegenheit nicht unwichtig, auch wenn es nach längerer Zeit des Leidens schwer fällt. Möglicherweise kannst Du auch einen Mediator einschalten oder einen Schiedsmann. Letztere sind kostengünstig und hilfreich bei derartigen Streitigkeiten. Wer für den Bezirk, in dem du wohnst, zuständig ist, kannst du einfach beim Amtsgericht erfragen. Aber besser cool bleiben: Wahrscheinlich erledigt sich das Problem von selbst, wenn das glückliche Pärchen in die erste eigene Wohnung zieht.

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