WG-Ratgeber und Magazin

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Wie viel Struktur braucht das Zusammenwohnen?

Das Zusammenwohnen in einer WG ist für die meisten von euch die erste eigene Wohnung und gleichzeitig auch das erste Zusammenwohnen mit nicht-verwandten Menschen. Während in der Familie die Regeln und Strukturen von den Eltern größtenteils vorgegeben waren, muss eine WG diese erst finden. Dabei ist tatsächlich jede WG so individuell, wie es die hier wohnenden Menschen sind. Diese Findungsphase kann schwer und konfliktreich sein. Mit unseren Denkanregungen und Tipps bereitet ihr euch problemlos auf das Abenteuer WG vor.

Wovon hängt das Zusammenwohnen ab?

Sauber oder nicht sauber?

Der Klassiker in allen WGs: die Sauberkeit. An diesem Thema scheiden sich die Geister und auch deshalb gehört es unbedingt auf die Tagesordnung in einer neuen WG. Denn Regel Nummer 1 für das friedliche Zusammenleben lautet: Wer offen über seine Erwartungen spricht, findet gemeinsam Lösungen. Klärt in einem ersten Gespräch ehrlich, wo eure Toleranzgrenzen liegen. Eine Studie von Splendid besagt, dass jeder Mensch im Schnitt 3 Stunden und 20 Minuten in der Woche putzt. Wie sieht euer Bedürfnis aus? Und wie groß ist die Bereitschaft zum Putzen wirklich? Klärt ebenfalls, welche Haushaltsgeräte ihr bereits habt. Zu den größeren Anschaffungen für eine WG gehört ein Staubsauger. Manchmal bringt jemand einen Staubsauger mit in die WG. Wenn es keinen Staubsauger gibt, erfahrt ihr in einem Vergleichstest verschiedener Staubsauger alles über die aktuellen Geräte auf dem Markt und findet den passenden Staubsauger für eure WG.

Sich authentisch vorstellen

Doch nicht nur in puncto Sauberkeit haben Menschen sehr unterschiedliche Wünsche. Menschen haben beispielsweise einen individuellen Biorhythmus, Angewohnheiten, kleine und größere Macken und Empfindlichkeiten. Du bist ein Morgenmuffel und sprichst am liebsten erst nach zwölf Uhr überhaupt mit jemandem? Natürlich werden deine neuen Mitbewohner das alleine herausfinden und dich nach einer Weile morgens in Ruhe lassen. Du kannst euch aber auch unangenehme Situationen und deinen Mitbewohnern möglicherweise Grübeleien ersparen, wenn du einfach klar sagst: Vor zwölf Uhr rede ich nur im Notfall.

Nähe und Distanz

Menschen haben verschiedene Bedürfnisse nach Nähe und Distanz. Vielleicht kommst du aus einer Familie, in der sich alle Türen permanent offen sind. Das ist in einer WG nicht zwangsläufig so. Klärt im Vorfeld ab, wie ihr das in eurem Zusammenwohnen leben möchtet. Sind die Türen offen? Soll angeklopft werden oder gilt: Anklopfen, wenn Besuch da ist? Wollt ihr Türschilder für einzelne Türen, wenn ihr ganz eure Ruhe haben möchtet? Zu Beginn ist an dieser Stelle vor allem ein Austausch über die eigenen Erfahrungen wichtig. Ob ihr dann am Ende nebeneinander Zähne putzt, wird der Alltag zeigen.

Deins, meins und unseres

In einer WG wird es einige Dinge geben, die man gemeinsam anschafft oder die quasi zur WG gehören. Das können Schneidebretter sein, ein Staubsauger, ein Wischmob oder auch eine Waschmaschine. Hierzu kann ein WG-Konto sinnvoll sein. Zur Gründung oder zum Einstieg in die WG wird ein bestimmter Betrag festgelegt und jeder Mitbewohner zahlt diesen ein. Mit einem geringen monatlichen Beitrag kann dieses Konto Stück für Stück für Notfälle gefüllt werden. Wenn jemand auszieht, erhält er seine Einlage zurück und der neue WG-Mitbewohner zahlt ein.

Zudem gibt es Verbrauchsgüter, die gemeinsam angeschafft werden und für die sich eine gemeinsame Haushaltskasse lohnt. Solche Verbrauchsgüter sind beispielsweise:

  • Reinigungsmittel
  • Schwämme
  • Toilettenpapier
  • Taschentücher
  • Müllbeutel
  • Optional Lebensmittel, die alle konsumieren, wie beispielsweise Kaffee, Marmelade oder Brot

Bei den Lebensmitteln ist genau zu schauen, welche wirklich von allen konsumiert werden. Liegen bei einer Person beispielsweise Unverträglichkeiten vor, wird es schwierig, Milch oder Brot aus einer gemeinsamen Kasse zu kaufen. Schaut, welche Lebensmittel im Alltag alle verbrauchen. Dann bietet es sich an, im Monat einmal zusammenzulegen und Vorräte zu kaufen, anstatt es dem Zufall zu überlassen und am Ende kümmert sich immer dieselbe Person immer darum. Das kann schnell zu Frust führen.

WG-Routinen schaffen

Viele langlebigen WGs setzen sich einmal monatlich zusammen und besprechen den kommenden Monat. Dieser Austausch dient dazu, die anderen über den eigenen Terminplan zu informieren. Es kann außerdem eine Chance sein, wachsende Konflikte aus dem Weg zu räumen. Jemand lässt überall seine Teebeutel liegen? Ein anderer hat den Eindruck, er kauft permanent für alle ein? Je schneller Ärgernisse besprochen werden, desto weniger groß werden sie. Regelmäßige Treffen bieten einen guten Rahmen, um die gemeinsame Kommunikation zu trainieren. Gerade in Prüfungszeiten werdet ihr euch selten entspannt sehen. Da kann ein solches fixes Treffen wahre Wunder für eure WG wirken.

Aufgaben verteilen

Bei manchen erledigen sich die Dinge wie von alleine. Leider ist eher das Gegenteil die Regel. Je mehr Menschen da sind, desto weniger fühlt sich der Einzelne meist verantwortlich. Das kann in einer WG rasch zu einem Problem werden. Hier ist es sinnvoll, Zuständigkeiten zu verteilen. Einer von euch ist verantwortlich für den Kühlschrank und die Speisekammer. Ein anderer kümmert sich um den Müll. Ein anderer überprüft das Putzen. Jeder Mitbewohner sollte einen Verantwortungsbereich für das Zusammenleben haben. Unterschiedliche Bereiche sind beispielsweise:

  • Vorräte
  • Verdorbene Lebensmittel
  • Müll
  • Putzplan
  • Technik
  • Verträge wie Versicherungen, gemeinsamer Telefonanschluss und Ähnliches

Das bedeutet keineswegs, dass die anderen Mitbewohner sich gar nicht kümmern. Aber eine Person hat eben den Blick darauf, dass in diesem Bereich alles gut ist und das Toilettenpapier nicht plötzlich alle ist.

Pläne erstellen

Viele Menschen und viele unterschiedliche Termine wollen auch in einer WG koordiniert werden. Dabei müsst ihr nicht mehr zwangsläufig auf ein Pinnbrett oder einen gemeinsam geführten WG-Kalender zurückgreifen. Es gibt viele tolle Planungs-Tools für das Smartphone, die euch den WG-Alltag sehr viel leichter machen. Ob es dabei der gute alte Putzplan ist, der das WG-Leben sauber regelt, oder tatsächlich eine Koordination der unterschiedlichen Termine – mit einer passenden App erfolgt der Austausch deutlich unkomplizierter und schneller als mit einem Board in der Küche.

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