WG-Ratgeber und Magazin

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Wohngemeinschaft mit Freunden: Geht das gut?

Ihr kennt das: Man ist schon seit Jahren befreundet, kann sich über alles und jeden köstlich amüsieren und versteht sich einfach super. Was gäbe es da Schöneres, als bei der nächsten Gelegenheit zusammen in eine gemeinsame Wohnung und damit in eine Wohngemeinschaft zu ziehen? Doch ob sich der Traum von der unkomplizierten und lustigen Wohngemeinschaft tatsächlich erfüllt, bleibt leider die andere Frage.

 

Die Meinungen darüber, ob man mit guten Freunden zusammenziehen sollte oder lieber nicht, gehen weit auseinander und hängen wie so oft mit den gemachten WG-Erfahrungen zusammen. Auf der einen Seite sind da diejenigen, die mit der besten Freundin oder dem besten Freund regelmäßig gemeinsam kochen, einen gemütlichen DVD-Abend machen oder aber auch die ein oder andere WG-Party schmeißen. Einen Putzplan gibt es nicht, man wechselt sich entweder ab oder schmeißt den Haushalt zusammen und Diskussionen über das Abspülen entstehen erst gar nicht. Jeder ist für den anderen da und so wird bei der Trennung von Freund oder Freundin natürlich Nächte lang zusammen durchgeweint und Schokoladenvernichtungsevents stehen auf der Tagesordnung. Auf der anderen Seite gibt es da aber auch diejenigen, bei denen plötzlich bei jeder kleinsten Kleinigkeit der dritte Weltkrieg auszubrechen droht: Haare in der Dusche, das Spülmittel ist alle oder im gemeinsamen Wohnzimmer liegen überall Sachen des anderen rum. Nicht selten fangen bei solchen Differenzen mit der Zeit bisher gute Freunde damit an, sich gegenseitig zu provozieren – absichtlich Dinge stehen lassen, neu gekauftes Klopapier mit auf’s eigene Zimmer nehmen, so dass der andere eigenes kaufen muss, WG-Partys starten, wenn beim anderen am nächsten Tag eine Klausur in der Uni ansteht und und und. Die Liste der Intrigen ist lang und am Ende steht oft eine zerrüttete Freundschaft, in dem aus Liebe Hass und aus dem gemeinsamen Miteinander ein Umgang geworden ist, bei dem man den anderen nicht mal mehr grüßt.

 

Man sollte sich daher nicht einfach auf Grundlage der momentanen Verstehensbasis spontan für ein gemeinsames Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft entscheiden – es stehen schließlich immerhin eine gute Freundschaft und jede Menge Nerven auf dem Spiel. Nur weil man sich super versteht, hat man nicht automatisch dieselben Vorstellungen vom funktionierenden WG-Leben. Deshalb ist es ganz wichtig, sich vorab über die jeweiligen Ansichten zum Zusammenleben auszutauschen. Den meisten Zoff gibt es ja bekanntlich, wenn es um die Hygiene und Sauberkeit in der gemeinsamen Wohnung geht. Nehmt nicht einfach an, dass der andere sich dahingehend schon anpassen wird – weil ihr ja so dicke Homies seid – oder mit Sicherheit genauso viel Wert wie ihr auf ein sauberes WC legt. Das ist selten der Fall. Es gibt immer unterschiedliche Angewohnheiten und Dinge, die dem einen wichtig, dem anderen aber völlig egal sind. Genau diese Eigenheiten sollte man herausfinden und besprechen, worauf man in einer Wohnung und beim Zusammenleben besonders viel Wert legt. Auch über das Einkaufen (jeder für sich oder abwechselnd aus der Haushaltskasse? Gibt es sowas wie eine Haushaltskasse überhaupt?) und über die Besitzansprüche (mein oder dein Joghurt?) oder ggf. ähnliche ‚Regeln‘ sollte vorab gesprochen werden. Gibt es hier große oder viele Differenzen (hat der andere womöglich überhaupt keine Lust auf Regeln und wünscht sich eher eine Art 68er-WG herbei?), wäre eine WG mit einer anderen Person womöglich die bessere Wahl.

 

Letztlich geht es natürlich immer auch um die Frage, ob man auch WG-tauglich ist. Selbst wenn die Vorstellungen zum größten Teil übereinstimmen, gibt es immer Zeiten, in denen der Mitbewohner anders tickt, als es für gewöhnlich der Fall ist. Läuft es beispielsweise in der Beziehung oder im Job mal nicht rund, können Saubermachen und Einkaufen auch mal nebensächlich werden. Das kann bei allem Verständnis auf Dauer natürlich nervig und anstrengend sein, weshalb ich mich immer fragen muss, ob ich auch selbst tolerant genug bin, um solche Phasen durchzustehen. Weiß ich, dass ich mit so etwas nicht klarkomme, sollte ich mich ohnehin für eine eigene Wohnung, in der alleine ich das Sagen habe, entscheiden und vom WG-Leben absehen.

 

Eine Garantie für lockeres Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft gibt es natürlich nie. Und selbst die schlechtesten Voraussetzungen müssen nicht zu einer kaputten Freundschaft führen. Auch bei der WG-Gründung gilt daher wie so oft: Ausprobieren und gucken, ob man lebend wieder rauskommt.

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